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Geld ist Frauensache
Foto: Marco Stepniak

Geld ist Frauensache

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Laura Tirier-Hontoy

Teilzeit, Kinder, Pflege, weniger Gehalt: Für viele Frauen wird die Rente später knapp. Melanie Gummersbach, Beratungscenterleiterin der Sparkasse Vest Recklinghausen, zeigt, warum finanzielle Vorsorge früher anfangen muss.

Warum ist Female Finance ein eigenes Thema?
Melanie Gummersbach: Weil Frauen oft eine andere Erwerbsbiografie haben als Männer. Viele arbeiten in Teilzeit, unterbrechen ihre Berufstätigkeit für Kinder oder übernehmen Pflegearbeit. Dazu kommt der Gender Pay Gap: Frauen verdienen im Schnitt weniger und bauen dadurch geringere Rentenansprüche auf. Und dazu entsteht durch Teilzeit, Elternzeit und Pflege ein Flickenteppich in der Erwerbsbiografie. Rentenpunkte fehlen später und lassen sich nur schwer wieder aufholen. Gleichzeitig geben manche Frauen Finanzthemen an den Partner ab. So entsteht eine Abhängigkeit, die gar nicht nötig wäre.


Wie sind Sie auf das Thema aufmerksam geworden?
Aus meinem privaten Umfeld. Eine Freundin sagte mir während ihrer Scheidung: „Ich weiß jetzt schon, dass meine Rente später nicht reichen wird.“ Da merkt man, wie real das Thema ist. Leider wird oft erst daran gedacht, wenn etwas schiefläuft.

Was sollten Paare bedenken?
Wenn beide sich für Familie entscheiden, sollten auch beide über die finanziellen Folgen sprechen. Häufig reduziert die Frau ihre Arbeitszeit, weil der Mann mehr verdient. Dann sollte aber auch geklärt werden, wie diese Lücke ausgeglichen wird. Es ist sinnvoll, bewusst Vorsorge für die Person aufzubauen, die wegen der Familie zurücksteckt.

Wann sollte man mit der Vorsorge anfangen?
Am besten so früh wie möglich. Sonst ist der beste Zeitpunkt, bevor große Lebensentscheidungen getroffen werden: vor der Familiengründung, vor längerer Teilzeit oder wenn Pflege von Angehörigen absehbar wird.

Was ist der erste Schritt?
Die eigenen Zahlen kennen. Wie will ich eine gute Entscheidung treffen, wenn ich gar nicht weiß, womit ich rechnen kann? Was wird häufig vergessen? Zum Beispiel Kindererziehungszeiten. Dafür gibt es Rentenpunkte, aber sie müssen beantragt werden. Auch dass nach dem Tod des Partners nicht das gleiche Geld übrig bleibt, selbst mit Witwenrente.

Ihr wichtigster Tipp?
Jede Frau sollte wissen, welche finanziellen Konsequenzen ihre persönlichen Lebensentscheidungen haben. Finanzielle Vorsorge ist kein Luxus, sondern Teil der
eigenen Lebensplanung.

Info
Sparkasse Vest Recklinghausen

Königswall 33
45657 Recklinghausen

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