Kirchen erhalten, statt sie abzureißen – dafür setzt sich die Stiftung „Kirche lebt Zukunft“ ein. Ihr Ziel: neue Nutzung für alte Gotteshäuser.
Dr. Michael Stephan Kornau, Stiftungsexperte bei der Sparkasse Vest Recklinghausen und aktiver Christ, hat zusammen mit dem „Transformationsarchitekten“ Lucas Braecklein aus Waltrop die Stiftung „Kirche lebt Zukunft“ ins Leben gerufen. Sie unterstützt Gemeinden, die Kirchengebäude aufgeben müssen.
Herr Dr. Kornau, warum haben Sie die Stiftung „Kirche lebt Zukunft“ gegründet?
Wir haben uns gefragt, wie wir diesen wertvollen Räumen neuen Geist einhauchen können. Wir wollen sie als Orte lebendiger Nächstenliebe erhalten.
Wie hilft Ihre Stiftung den Kirchengemeinden konkret?
Wir beraten und entwickeln dann zusammen mit den Gemeinden Ideen für die Nachnutzung. Möglichst kein Abriss! Die Grundstücke werden an uns verpachtet und wir sorgen für Investoren und neue Mieter. So bauen wir gerade die profanierte Kirche St. Matthias in Bottrop-Ebel um. Es entstehen ein Kindergarten und Wohnungen für kinderreiche Familien sowie ein Mehrzweckraum für die für die Kirchengemeinde St. Johannes. Als Landmarke bleibt der Glockenturm von St. Matthias erhalten.. Die Finanzierung erfolgt u.a. über Förderdarlehen der NRW Bank und der KfW. Die Mieteinnahmen erwirtschaften einen Überschuss für die „Kirche lebt Zukunft“- Stiftung.
Sie, Herr Dr. Kornau, engagieren sich beruflich und privat für Stiftungen. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Geld ist für mich persönlich immer Mittel zum Zweck, und Stiftungen sind ein probates Mittel, um z.B. kommunale Daseinsvorsorge über bürgerschaftliches Engagement zu refinanzieren. Vermögen ist im System reichlich vorhanden. Es stellt sich die Verteilungsfrage. Bei der „Stiftergemeinschaft der Sparkasse Vest Recklinghausen“ können interessierte Kunden Vermögenswerte übertragen, deren Erträge an gemeinnützige, mildtätige, wissenschaftliche oder kirchliche Zwecke ausgeschüttet werden.
www.kirche-lebt-zukunft.org