Auf dem Trainingsplatz an der Klosterner Straße gibt es jede Menge Energie auf vier Pfoten.
Gerade eben noch steht ein kräftiger Boxer am Start, die Ohren auf Empfang. Dann das Kommando von Herrchen, und los geht’s: Der Hund nimmt den Tunnel ohne zu zögern und kommt auf der anderen Seite fix heraus. Ein kurzes Schütteln und ein Blick zurück zum Menschen.
Beim Ortsclub Datteln im Internationalen Boxerclub wird Hundesport gelebt. Seit vielen Jahren prägen Dieter Börtz als Vorsitzender und Ingo Traskalik als Schatzmeister das Vereinsleben. Was hier entsteht, ist keine reine „Sitz-Platz-Fuß“-Veranstaltung, sondern eine fundierte Ausbildung, die weit über den Alltag hinausgeht.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist Rüde Hajo von Kahlquelle, ein neun Jahre alter Boxer. FH2 ausgebildet, IGP-3-geprüft, also in der höchsten Klasse des internationalen Gebrauchshundesports unterwegs. Das ist sozusagen das Sportabzeichen in Gold für Hunde. „Das ist die Kunst“, sagt Dieter Börtz sinngemäß. „Die Hunde sollen lernen, gute Dinge zu tun und gleichzeitig Vertrauen aufzubauen.“ „Ein Zusammenspiel, das nur funktioniert, wenn Mensch und Hund sich wirklich verstehen“, ergänzt Traskalik.
Gerade mal drei Jahre alt ist der Boxerrüde Mato vom Hause Rehberg, lebendig und mitten in der Ausbildung zur Begleithundeprüfung. Mit Verkehrsteil, versteht sich. Das bedeutet, Radfahrer werden nicht gejagt, Jogger bleiben unberührt, die Leine bleibt locker. „Die Hunde lernen in der Hundeschule Dinge, die im echten Leben relevant sind“, so Börtz.
Denn genau darum geht es: Alltagstauglichkeit. Hunde sollen nicht nur auf dem Platz funktionieren, sondern auch im Restaurant, im Park oder beim Spaziergang durch die Stadt. Dort, wo das Leben eben passiert, inklusive anderer Menschen oder Hunde und gelegentlicher Versuchung.
Im Training gilt deshalb die einfache Regel, konsequent zu sein. „Ein ‚Sitz‘ ist ein ‚Sitz‘, kein Verhandlungsspielraum“, so der Vorsitzende. Diese Konsequenz lernen nicht nur die Hunde, sondern vor allem die Menschen. Denn, wie es im Verein gerne heißt: Der Mensch ist das lockere Ende der Leine. Und wenn der Mensch unpräzise ist, wird es der Hund garantiert auch.
Übungen wie Apportieren wirken nämlich auf den ersten Blick simpel. Ball werfen, Hund rennt, Hund kommt zurück. Fertig. „Aber im Hundesport steckt mehr dahinter. Der Hund soll den Gegenstand korrekt bringen, abgeben und dabei ruhig bleiben“, erklärt Börtz. Beim Training der Unterordnung wird es richtig präzise, wenn es heißt, bei Fuß zu gehen ohne Leine, auch im Laufschritt.
Der Verein bietet auch Kurse an, hier trainieren Hunde aller Größen und Charaktere. Vom Chihuahua bis zur Deutschen Dogge, vom jungen Wirbelwind bis zum erfahrenen Senior. Auch Mischlinge und schwere Kaliber wie eine Bernhardinermischung mit rund 75 Kilo finden hier ihren Platz. Die Kurse laufen strukturiert über zwölf Wochen, zweimal im Jahr, mit bis zu 25 Teilnehmenden und mehreren Trainern. Und trotzdem bleibt Platz für das, was Hundetraining eigentlich ausmacht: Entwicklung. Denn auch ältere Hunde können noch lernen, manchmal sogar besser, als man denkt.