Schüler des Comenius-Gymnasiums bringen das Musical „The Prom“ mit viel Engagement und einer wichtigen Botschaft auf die Bühne.
Die Begeisterung von Lilly Weinhold wirkt ansteckend, wenn sie über das Musical „The Prom“ spricht. Über jene berührende Geschichte, die zwei Literaturkurse des Dattelner Comenius Gymnasiums in diesen Monaten einstudieren. Sie missioniert: „Auf jeden Fall angucken!“ Unter der Regie von Bernd Julius Arends vom KATiELLi-Theater verkörpert die 18-Jährige die High school-Schülerin Emma Nolan. Emma möchte mit ihrer Freundin gemeinsam zum Abschlussball, dem Prom gehen. In der konservativen US-Kleinstadt regt sich Widerstand bei einigen Eltern und in der Lehrerschaft. Der klassische Prom sei nicht der richtige Ort für gleichgeschlechtliche Paare. Vier abgehalfterte Broadway-Darsteller hören von dem Skandal und reisen nach Indiana. Sie wittern ihre Chance. Durch ihre Hilfe wollen sie ihr Image aufbessern. Und geraten hierbei in einen Strudel echter Emotionen.
Als es im Literaturkurs die beiden Hauptrollen fürs Musical zu besetzen galt, blieb im Gymnasium zunächst ein Run darauf aus. Jalini Suresh, die Emmas Freundin Alyssa spielt, erinnert sich: „Ja, es gab Vorbehalte. Viele haben sich davor gescheut, ein lesbisches Mädchen darzustellen.“ Die 17-Jährige hat vorher schon zweimal Thater gespielt, jetzt zum ersten Mal ein Musical. Emma-Mimin Lilly Weinhold bringt ebenfalls erste Erfahrungen als Actrice im „Amateur Theater Datteln“ mit: „Jetzt ist es noch besser, weil ich gleichzeitig singen kann.“ Zu ihrer Rolle sagt sie: „Mit dem Lesben-Thema hab ich absolut kein Problem. Es ist vielmehr ein ganz wichtiges Thema, das mit Charme und Tiefgang auf die Bühne gebracht wird.“
Gymnasial-Chefin Dr. Alexia Benthaus und Theatermacher Bernd Julius Arends – übrigens beide Absolventen des Dattelner Gymnasiums – haben das ambitionierte Musical als Idee eingebracht. Beide sind vom Engagement des Theaternachwuchses angetan: „Selbst in den Osterferien haben die jungen Leute ge probt.“ Arends, der die Profis Clarissa Frings und Christine Schürmann mit gebracht hat, wünscht sich: „Es wäre klasse, wenn darstellende Kunst reguläres Schulfach würde. Dadurch könnte das Theater die Jugendlichen besser erreichen.“ Schauspielerin Christine Schürmann über ihre Erfahrungen mit den (Laien-)Kollegen: „Die Kooperation ist großartig. Spannend für uns ist der andere Blick auf das Stück und die unterschiedliche Herangehensweise der Jugendlichen.“
Bei Vest Future dabei
Das Gymnasium hat die Produktion des Musicals fürs Spendenprojekt „Vest Future“ der Sparkasse Vest angemeldet. Für Kostüme und Requisiten wird Geld benötigt. Insgesamt tummeln sich 38 Darsteller und 25 Chormitglieder auf der Bühne. Schulleiterin Dr. Alexia Benthaus („Mein Herzensprojekt“) hofft, dass viele Menschen beim Spendenprojekt „Vest Future“ für das Gymnasium abstimmen. Die Premiere ist für den 4. Juli vorgesehen. Zehn Aufführungen sind geplant. Die Proben verheißen eine temporeiche Mischung aus Humor, Glitzer und mitreißenden Songs. Themen sind Toleranz und Selbstbestimmung mit der verbinden den Botschaft: Liebe ist für alle da.