Der Bergmannsverein Bergmannsglück e.V. Datteln 1957 hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bergbau im Vest lebendig zu halten – nicht als nostalgischen Rückblick, sondern als greifbaren Teil regionaler Geschichte.
Ob in Kindergärten, Altenheimen oder bei Veranstaltungen: Die Mitglieder bringen Originalstücke aus dem Bergbau mit, erzählen Geschichten, beantworten Fragen und schaffen damit Begegnungen zwischen Generationen.
Wenn alte Grubenlampen, Werkzeuge oder die berühmte Kaffeekanne ausgepackt werden, öffnet sich fast automatisch ein Tor zur Vergangenheit. In Altenheimen führt das oft zu spontanen Erinnerungen.
„Sobald wir ein Thema anschneiden – zum Beispiel die Wäsche, die draußen nie sauber blieb – fangen die Leute an zu erzählen“, sagt der Vorsitzende Bernd Murza.
Junge Vereinsarbeit
Ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit richtet sich an Kinder. Kindergärten und Schulen können den Verein anfragen.
„Viele Jüngere wissen gar nicht mehr, wie prägend der Bergbau für Datteln und das gesamte Ruhrgebiet war“, so Murza.
Bei den Besuchen vor Ort geht es um Geschichten und Grundlagen: „Wo kommt die Kohle her, wie wurde gearbeitet? Solche Dinge erklären wir kindgerecht.“
Dazu kommen spielerische Aktionen mit leichter Ausrüstung zum Anfassen – Schippe, Helm, Bergmannsjacke. Auch das Steigerlied wird gemeinsam gesungen, und jedes Kind bekommt einen kleinen Helm als Schlüsselanhänger.
„Den Kindern fehlt oft eine Generation, die ihnen noch erklären kann, wie das hier früher war. Wir versuchen, diese Lücke ein Stück weit zu schließen.“
Besonders beliebt ist der selbstgebaute Förderturm aus Holz, den der Verein in einigen Kitas aufgestellt hat. Er bleibt dort dauerhaft stehen – als Insektenhotel.
Für alles offen
Der Bergmannsverein hat rund 43 Mitglieder, darunter viele Frauen.
„Wir sind für alles offen. Uns ist wichtig, ein gesundes Vereinsleben zu pflegen und gleichzeitig aktiv in der Stadt und Region unterwegs zu sein“, sagt der zweite Vorsitzende Dietmar Hinz.
Dazu gehören Ausflüge zu Zechen, Führungen über Halden, Besuche im Bergbaumuseum oder gemeinsame Touren – alles geplant in offener Runde.
Auch große Veranstaltungen, Jubiläen oder Feste besucht der Verein regelmäßig. Wichtig sei es, zu zeigen, dass der Bergbau keine Randnotiz ist: Viele Siedlungen – wie die Beisenkamp-Siedlung oder die Hötting-Siedlung – wären ohne ihn gar nicht entstanden.
Bei öffentlichen Auftritten erhält der Verein viel Zuspruch aus der Bevölkerung.
„Man merkt, dass die Leute hinter uns stehen“, sagen die Mitglieder. Das traditionelle „Glück auf“ gehört für sie selbstverständlich dazu – nicht als romantische Geste, sondern als Ausdruck eines gemeinschaftlichen Werteverständnisses.
Der Verein trifft sich jeden letzten Dienstag im Monat im JaM,
Böckenheckstraße 3 in Datteln
Bernd Murza (Vorsitzender)
02363 365466 · murber4@gmail.com